Warum wächst mit jeder Frage auch die Unruhe?

Der Kaffee dampfte, und meine Frau scrollte durch einen Artikel auf ihrem Tablet. „Wusstest du“, sagte sie, „dass es über zweihundert kognitive Verzerrungen gibt?“ Ich hielt meine Tasse an. „Zweihundert?“ In diesem Moment spürte ich statt Faszination ein leichtes Unbehagen. Als hätte jemand eine Tür geöffnet, hinter der nicht Licht wartete, sondern ein weiterer dunkler … Weiterlesen

Warum sind wir zu uns selbst oft am strengsten?

Der Morgen, an dem alles begann Es war einer dieser Dienstagmorgen, an denen das Licht durch die Küchenfenster fällt wie ein Versprechen. Der Kaffee blubberte in der Kanne, draußen sang eine Amsel, und dann – der Rauchmelder. Meine Frau stand vor dem Toaster und starrte auf zwei schwarze Scheiben Brot, als hätte sie gerade einen … Weiterlesen

Ist die Zeit schneller geworden — oder sind wir langsamer?

Neulich stand ich in der Küche, der Geruch von überbrühtem Kaffee hing noch in der Luft, und Claudia blätterte am Kalender. „Der Januar ist schon wieder fast vorbei“, sagte sie, ohne aufzuschauen. Ich stellte meine Tasse ab, das Porzellan klickte leise auf der Arbeitsplatte. „Gefühlt haben wir gerade erst Silvester gefeiert.“ Sie nickte langsam. „Eben. … Weiterlesen

Ist Einsamkeit ein Mangel — oder ein Raum?

Es war ein Donnerstagabend, und die Küche roch nach verbrannter Butter. Ich hatte versucht, Rührei zu machen, aber an diesem Abend war ich mit den Gedanken woanders gewesen. Die Pfanne stand schon im Spülbecken, das Fenster war gekippt, und durch den Spalt kam die kühle Oktoberluft herein, zusammen mit dem Geräusch von Regentropfen auf dem … Weiterlesen

Die Philosophie des Anstehens — Woher kommt Ordnung?

Es war Samstagvormittag, und der Supermarkt roch nach frisch aufgebackenen Brötchen und nach dem feuchten Gummi der Einkaufswagen. Das Licht war grell, dieses flache Neonlicht. Wir standen an Kasse drei. „Schau mal“, sagte ich zu meinem Mann. „Niemand fragt, wo die Schlange aufhört.“ Er legte eine Packung Kaffee aufs Band. „Das macht man halt so.“ … Weiterlesen

Seit wann ist Vergleichen zu Schmerz geworden?

Es war ein Donnerstagabend, und die Küche roch nach angebranntem Knoblauch. Nicht schlimm angebrannt, nur dieses leichte Röstaroma, das entsteht, wenn man zwei Sekunden zu lange am Fenster steht. Das Licht über der Spüle war schon an, obwohl es draußen noch nicht ganz dunkel war. Meine Frau stand am Herd, und ich saß am Küchentisch … Weiterlesen

Warum glauben wir an das „Irgendwann“?

Es gibt einen Wandkalender in unserer Küche, der streng genommen schon längst weg sollte. Drei Jahre hängt er da, Landschaftsbilder aus der Eifel, diese sanfte Hügeligkeit in verschiedenen Jahreszeiten. Wir haben ihn damals in einem Hofladen mitgenommen, direkt neben dem selbstgemachten Apfelgelee, das nach altem Holz und Sonnenwärme roch, und ich weiß noch, wie ich … Weiterlesen

Wie hängt die Zahl der „Warum“-Fragen eines Kindes mit seinem Denken zusammen?

Gestern Abend, kurz nach acht, saß unsere Tochter am Küchentisch und aß ihr Brot mit Frischkäse. Die Lampe warf dieses warme, gelbliche Licht, das im Winter ein bisschen tröstet, und draußen war es längst dunkel. Sie kaute, schaute auf ihr Brot, dann zu mir, dann wieder aufs Brot. Und dann kam sie: „Mama, warum wird … Weiterlesen

Was lehrt uns eine Kultur des Entschuldigens?

Es war an einem Donnerstagabend, kurz nach neun. Die Küche roch nach Basilikum und nach dem Holz unseres alten Schneidebretts. Das Licht über dem Esstisch war gedimmt, die Heizung gluckerte leise im Hintergrund. Ich stand am Spülbecken, mein Mann saß am Tisch mit dem Handy in der Hand. Und dann sagte ich einen Satz, der … Weiterlesen