Ist Freundlichkeit eine Entscheidung — oder eine Gewohnheit?

Der Kaffee war noch zu heiß, und ich drückte die Tasse trotzdem an die Wange, weil der Morgen noch kalt war und ich noch nicht richtig wach. Stefan stand am Herd und rührte Eier — langsam, mit dem alten Holzlöffel, bei niedrigster Flamme. Das Öl machte ein leises, gleichmäßiges Zischen, fast beruhigend. „Grüßt du eigentlich … Weiterlesen

Die Post, der Flur und wir – eine Geschichte in mehreren Akten

Gestern Abend kam ich nach Hause und da war er wieder – unser alter Bekannter auf der Kommode im Flur. Ein kleiner Turm aus Briefen, Werbeprospekten und diesem einen mysteriösen Päckchen, das Jan vor drei Tagen angenommen hat. „Was ist da drin?“, hab ich gefragt. „Keine Ahnung“, sagte er, „irgendwas von Amazon.“ Irgendwas. Von Amazon. … Weiterlesen

Das Staubsaugerkabel und ich – eine komplizierte Beziehung

Der ewige Kampf mit dem Staubsaugerkabel (oder: Warum wir immer noch keinen Akkusauger haben) Gestern war wieder so ein Tag. Ich stand im Flur, Staubsauger in der Hand, und das Kabel war – natürlich – zu kurz. Wieder mal. Thomas kam gerade aus der Küche, sah mich da stehen mit diesem Gesichtsausdruck, den er inzwischen … Weiterlesen

Das Rätsel der verschwundenen Socken

Gestern Morgen stand ich wieder vor der Waschmaschine und hatte diesen Moment. Ihr kennt ihn bestimmt – man öffnet die Trommel, zieht die Wäsche raus, und dann… fehlt was. Wieder mal eine Socke weg. Diesmal meine Lieblingssocke mit den kleinen Füchsen drauf, die mir Robert letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt hat. Robert stand hinter mir, … Weiterlesen

Wenn der Winter uns zusammenrücken lässt

Letzten Oktober saß ich mit Markus auf der Couch. Draußen nieselte es, dieser fiese Herbstregen, der einem klarmacht: Der Sommer ist endgültig vorbei. Wir starrten beide auf unsere Handys. Er scrollte durch irgendwelche Nachrichten, ich durch Instagram. Zusammen, aber jeder für sich. „Wollen wir was spielen?“, fragte ich plötzlich. Markus schaute mich an, als hätte … Weiterlesen

Was verliert eine Gesellschaft, die nicht mehr warten kann?

Alltag und Warum – Was bleibt, wenn man nicht mehr wartet Es war ein Dienstagabend, und der Wasserkocher brauchte zu lang. Das ist natürlich lächerlich. Ein Wasserkocher, der drei Minuten braucht, ist kein Problem — kein einziges, unter keinen denkbaren Umständen. Aber ich stand da in unserer kleinen Küche, das Licht über dem Herd noch … Weiterlesen

Du fühlst mehr, als du zeigst: Die stille Prägung deiner Kindheit

Es war ein Dienstagabend, und ich räumte die Spülmaschine aus. Das klingt nach nichts. Das ist nach nichts, wenn man es erzählen will. Aber der Moment hatte etwas Merkwürdiges, das ich seitdem nicht ganz loswerde: dieses gleichmäßige Klappern der Teller, das Greifen nach Gläsern, die noch warm sind von innen, das leise Surren des Kühlschranks … Weiterlesen

Du grübelst nicht ohne Grund – Die verborgene Funktion deiner Zweifel

Es war kurz nach halb zehn, und ich stand in der Küche und räumte die Spülmaschine aus. Eine dieser Verrichtungen, die der Körper längst übernommen hat, während der Kopf anderswo ist — die Tassen wandern in den Schrank, die Gabeln fächern sich in die Schublade, und man selbst ist eigentlich gar nicht dabei. Das Morgenlicht … Weiterlesen

Warum wir Lob so seltsam finden

Es war ein ganz normaler Dienstagabend, und Martin hatte Pasta gemacht. Nicht irgendeine Pasta — er hatte die Tomaten selbst geschält, die Zwiebeln so lange angeschwitzt, bis die Küche nach karamellisiertem Süßlichen roch, und den Deckel immer wieder kurz gelüftet, so dass die Sauce sachte köchelte statt zu brodeln. Ich saß am Tisch, hatte den … Weiterlesen

Jede Delle eine Geschichte

Heute Morgen, während ich meinen Kaffee trank, fiel mein Blick auf unseren Küchentisch. Genauer gesagt auf diese tiefe Rille, die sich quer über die halbe Platte zieht. Thomas behauptet immer noch, das war der Pizzaschneider. Ich sage, es war definitiv das Brotmesser. Nach sechs Jahren werden wir uns wohl nie einig werden. Unser Tisch hat … Weiterlesen