Warum wir Lob so seltsam finden

Es war ein ganz normaler Dienstagabend, und Martin hatte Pasta gemacht. Nicht irgendeine Pasta — er hatte die Tomaten selbst geschält, die Zwiebeln so lange angeschwitzt, bis die Küche nach karamellisiertem Süßlichen roch, und den Deckel immer wieder kurz gelüftet, so dass die Sauce sachte köchelte statt zu brodeln. Ich saß am Tisch, hatte den … Weiterlesen

Warum glauben wir an das „Irgendwann“?

Es gibt einen Wandkalender in unserer Küche, der streng genommen schon längst weg sollte. Drei Jahre hängt er da, Landschaftsbilder aus der Eifel, diese sanfte Hügeligkeit in verschiedenen Jahreszeiten. Wir haben ihn damals in einem Hofladen mitgenommen, direkt neben dem selbstgemachten Apfelgelee, das nach altem Holz und Sonnenwärme roch, und ich weiß noch, wie ich … Weiterlesen

Ist Ordnung ein Bedürfnis nach Kontrolle — oder eine Bedingung für Freiheit?

Es gibt einen Moment am frühen Morgen, kurz bevor der Verstand sich vollständig organisiert hat, in dem man die Dinge um sich herum noch mit einer merkwürdigen Klarheit sieht. Nicht die klärende Klarheit des Kaffees, sondern etwas Roheres, Ungefiltertes. Ich meine jenen Augenblick, in dem die Augen aufgehen und der Blick auf die Welt fällt, … Weiterlesen